
Das Kerning von Schriften scheint in Browsern immer noch ein Problem zu sein. Mir ist es anhand der Typomarke meiner Webseite aufgefallen – Die unterschiedlichen Darstellungen in den verschiedenen Browsern machen es deutlich. Die Georgia ist eine wunderbare Serifenschrift aus dem „TrueType core fonts for the Web (discontinued)“-Paket von Microsoft (an dieser Stelle möchte ich den Artikel „HTML-Schriften unter der Lupe“ von Gerrit van Aaken empfehlen).
Kurz nachdem ich meine Webseite zum ersten Mal im Mozilla Firefox 2.0 unter Apple Mac OS X betrachtete, fiel mir auf, dass das Kerning der Typomarke suboptimal ist. Da mir das unter Microsoft Windows nie aufgefallen war, habe ich mir das Ergebnis des Renderings dort im Firefox 2.0 und in verschiedenen Internet Explorer-Versionen angesehen. In der Abbildung sind die Ergebnisse zu sehen – erstaunlich unterschiedlich!
Jenseit der Unterschiede im Kerning fällt zusätzlich auf, dass …
Die im Kerning auffälligen Zeichenpaare, in meinem Schriftzug zwei an der Zahl, sind:
Diese Zeichenpaare fallen – jenseits der anderen, bei deren Kerning es auch Verbesserungsbedarf gäbe – dadurch auf, dass sie in Kombination problematischer sind, als beispielsweise „it“. „t“ und „z“ stoßen an zwei Stellen fast zusammen, „s“ und „c“ laufen in der Mitte ihres Zwischenraums aufeinander zu. Hier müsste etwas Abstand zugegeben werden … bzw. die Schrift sollte diese Information an den Browser geben. Setzt man den entsprechenden Schriftzug im Adobe Photohop, so ist er zwar vom Kerning her wesentlich besser, allerdings immer noch nicht optimal.
Bei der Betrachtung von „tz“ fällt in allen Browsern auf, dass die Buchstaben zu nah beieinander zu stehen scheinen, bei „sc“ verhält es sich ähnlich, allerdings nicht ganz so extrem. Von allen Browsern erledigt der Safari unter Mac OS X seine Aufgabe am besten, im Internet Explorer wirkt der Schriftzug nicht ganz so unausgeglichen, da die Schriftglättung ClearType von Microsoft die Buchstaben weniger fett werden lässt, als es unter Mac OS X der Fall ist.
Nur die manuell optimierte Variante (in der Abbildung unten), die auch andere weniger auffällige Zeichenpaare berücksichtigt, wie beispielsweise „he“ (denen zuviel Abstand zugestanden wird), kann ein vollkommen ausgeglichenes Schriftbild bieten.
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3. September 2008: Findability: Semantic Web
Ich sehe hier mit dem Firefox auf Linux (Ubuntu 7.04) praktisch dasselbe Ergebnis wie im Screenshot Firefox/Windows. Nur etwas besser kantengeglättet (kann das am Screenshot liegen?).
Kommentar von Boris — am 14. Oktober 2007 um 20:26
Die Schriftenglättung unter Linux unterscheidet sich sowohl von ClearType, als auch von Quartz – allerdings liefern ja alle Firefox-Versionen ein relativ gleiches Rendering-Ergebnis. Auf den Screenshot ist die bessere Glättung allerdings wahrscheinlich nicht zurück zu führen.
Kommentar von Stefan Nitzsche — am 15. Oktober 2007 um 16:00
Nur die manuell optimierte Variante […] kann ein vollkommen ausgeglichenes Schriftbild bieten.
Da fragt man sich dann, warum nicht einfach ein Bild für den Titel verwendet wird, sondern ein trendy Web 2.0-Kopf.
Kommentar von Anonym — am 17. November 2007 um 23:19
Fragt man sich das? Es ging ja um den Nachweis der unterschiedlichen Browserdarstellung bzw. den Beweis, dass man sich in der Typografie nicht auf das errechnete Kerning verlassen kann, wenn man Wert auf ein optimal ausgeglichenes Schriftbild legt.
Kommentar von Stefan Nitzsche — am 18. November 2007 um 02:55
Wenn’s nur manuell angepasst gut aussieht und die Browser unterschneiden wie sie gerade lustig sind, dann fragt man sich das auf jeden Fall.
Kommentar von Anonym — am 18. November 2007 um 13:15
Microsoft‘s TrueType core fonts for the Web are no longer available for download from http://www.microsoft.com
Kommentar von Christian Hennig — am 26. November 2007 um 11:25
Ich finde die Schriftglättung auf dem OS X-System gelungener; ich wunderte mich ebenso, dass auf Windows-Maschinen die Georgia total anders ausschaut …
Kommentar von _Sven — am 21. Oktober 2008 um 12:07