Rückblick: Usability World 2007

Kategorie: Usability, Veranstaltungen – am 03. November 2007

Jakob Nielsen

Gerade habe ich Hamburg den Rücken gekehrt, um nun in Berlin am BarCampBerlin2 teilzunehmen – die Erinnerungen sind noch frisch und die Eindrücke wirken noch nach, daher möchte ich einen kurzen Rückblick wagen. Ebenfalls einen Rückblick, allerdings noch zeitnaher als ich, hat Oliver Wagner in seinem Agenturblog vorgenommen (Tag 1/Tag 2). Angesichts seiner lobenswerten Ausführlichkeit, die mir einiges an Mühe erspart, möchte ich nur kurz auf einige Dinge Bezug nehmen, die mir sehr deutlich aufgefallen sind.

Den Einstieg machte am ersten Tag des Kongresses Hartmut Esslinger, Macher, Visionär und amerikanischer Schwabe. Seine teils abstrakten, teils konkreten, aber immer leidenschaftlichen Ausführungen zum Thema Design, Usability und Strategie hätten selbst Finanzbeamte inspirieren können – wenn nicht zu Kreativität, dann aber zumindest zum Nachdenken. Ein Großer, den zu hören mir sehr viel bedeutet hat.

Auch Andreas Nöltings Einblick in die Entstehung der Webseite des Manager Magazins gefiel gut – der Fokus seiner Ausführungen lag keineswegs auf der Usability, was meinem Interesse allerdings keinen Abbruch tat. Mich hat erstaunt, wieviel Bauch und wie wenig Methode hinter der Optimierung des Manager Magazin Online steht – obwohl man natürlich durch Versuch und Irrtum über die Zeit ein recht gutes Gefühl dafür bekommt, mit welchen Reglern man welche Reaktionen erreicht, ist der Ansatz – trotz seines Erfolgs – meiner Meinung nach zu pragmatisch und zu unwissenschaftlich.

Yves Luther, Oliver Wagner und Jörg Linder beim Gewinner-Dinner von agenturblog.de

Der Vortrag über das iPhone ging enorm in die Tiefe verschiedener Studien über Detailfragen zu Multitouch, Tastatur, etc. und bestätigte meine diffuse Ahnung: das Interface fordert einen gewissen Lernaufwand vom Benutzer und bevorzugt die Benutzer von 12-Tasten-Handys gegenüber den Benutzern von QWERTZ-Business-Handys. Fazit des Vortrags: Das iPhone ist kein Business-Handy, sondern eine Entertainment-Maschine.

Highlight des zweiten Tages war sicherlich die Keynote von Jakob Nielsen, der, nachdem wir uns gegenseitig fotografiert hatten, über den derzeitigen Status von Usability referierte. Meine Ahnung hat sich bestätigt: er ist gar nicht so schlimm wie seine Alertbox. Erwartet habe ich natürlich auch im Vorfeld, dass sein Vortrag fundiert ist – ich wurde nicht enttäuscht. Über zwanzig Minuten stellte er sich danach unseren Fragen und ließ sich bereitwillig fotografieren.

Googles Blog-Suche

Stefan Keuchel, CCO von Google Deutschland, erzählte uns in guten 45 Minuten die Erfolgsgeschichte von Google, viel über eher unbekannte Google-Produkte (von denen es derzeit über 90 gibt) und über die Zukunft des Google-Konzerns und der Google-Suchmaschine. Mein persönliches Highlight: bei seiner Vorstellung weitgehend unbekannter Google-Produkte erwähnte er Googles Blog-Suche. Er verwendete dabei einen Screenshot, auf dem er offensichtlich nach „Usability World 2007“ gesucht hatte – mein Beitrag „Usability World 2007“ war der erste Treffer, gefolgt von einem Beitrag in Oliver Wagners Agenturblog und einem Beitrag aus dem Blog japhy.at von Jörg Linder.

Am Abend des ersten Tages lud Oliver Wagner die Gewinner der Karten zur Usability World 2007 zu einem Gewinner-Dinner im Restaurant seines Hotels 25hours ein – köstlich und reichhaltig, und zwar nicht nur das Essen, sondern auch die Konversation. Danke dafür!

Alles in allem haben mir die beiden Tage gut gefallen. Die Highlights glichen die Tiefpunkte mehr als aus und ließen mich die beiden Tage nicht bereuen. Die Vorträge waren, ebenso wie übrigens das Fachpublikum, sehr heterogen und hatten mehr als einmal nur am Rand Bezug zum Thema Usability. Für den nächsten Kongress wünsche ich mir eine homogenere Referentenauswahl und eine weniger oberflächliche Herangehensweise an das Kernthema.

Meine Bilder vom Kongress gibt es bei Flickr.

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2 Kommentare »

  1. Usability World 2007…

    Dank etwas Glück und Paulinus wohlwollender Finger hatte ich ein Freiticket für die Usability World 2007 in Hamburg gewonnen. Der üppige Wert und die Aussicht mein Bloggervorbild kennenzulernen hat mich dann veranlasst ein TomTom Go 720 T (ca. 440,…

    Trackback von adandbreakfast.com — am 3. November 2007 um 14:39

  2. [...] Stefan Nitzsche und Oliver Wagner haben über die Usability World [...]

    Pingback von Interaction Blog » Blog Archiv » Usability World 2007 mit Jakob Nielsen und Hartmut Esslinger — am 4. November 2007 um 22:10

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