Damit das fertige Ergebnis eines Web-Projekts sich sehen (und auch überprüfen) lassen kann, muss auf vieles geachtet werden. Ein kleiner Teil, der oft vernachlässigt wird, ist das Briefing der Freelancer. Wie oft habe ich schon einfach nur eine JPEG-Datei geschickt bekommen, in der Annahme, ich könnte daraus jetzt ablesen, was konzeptionell ursprünglich gedacht war. Oft stößt man auch auf organisch gewachsene, völlig chaotische Photoshop-Dateien – nicht selten benötigt man Stunden, um die benötigten Informationen aus den Dateien zu isolieren.
Wer allerdings einmal richtig verdutzte Gesichter bei seinem Kunden sehen möchte, sollte nach etwas wie einem Styleguide fragen. Wenn überhaupt, existiert ein Styleguide für das grobe Corporate Design, für das Logo und vielleicht die Typografie nicht aber für die Feinheiten der verschiedenen elektronischen Medien. Und selbst das nur bei großen Konzernen. Dabei ist gerade der Styleguide (und wenn er noch so kompakt ist) unerlässlich für die Einhaltung von Konventionen – und Konsistenz ist einer der Eckpfeiler einer exzellenten User Experience.
Die Folge eines schlechten Briefings oder unzureichender Vorbereitung ist deutlicher Verlust an Qualität des Endprodukts. In meinem Bereich, dem Frontend beispielsweise, bedeutet ein schlechtes Briefing oder eine unzureichende Vorbereitung des Arbeitsmaterials, dass die Arbeitsergebnisse vom Kunden iterativ stark korrigiert werden müssen, oder dass zumindest durch eine rege, zeitaufwändige Kommunikation etwaige Missverständnisse im Vorhinein aus der Welt geschafft werden müssen. All das geht vom Zeitbudget ab, dass ursprünglich für die Produktion vorgesehen war. Natürlich stehe ich für die Qualität meiner Arbeit und setze mich dafür ein, sie auch unter widrigen Umständen konstant aufrecht zu erhalten. Weicht durch Abstimmungsprobleme oder ein ungenaues Briefing jedoch der realistische Aufwand zu stark von der ursprünglichen Einschätzung ab, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Nachkalkulation oder Qualitätseinbußen. Und im ersten Fall muss der Kunde zusätzlich noch eine spätere Lieferung der Arbeitsergebnisse in Kauf nehmen.
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3. September 2008: Findability: Semantic Web
Volle Zustimmung. Wichtig erscheint mir auch aus eigener Erfahrung in Vorgesprächen zu klären (und natürlich auch im Pflichtenheft zu fixieren, dass der Content, wenn der Klient diesen selbst bereitstellt (Textkorpus, Bild- und andere Dateien) von ihm zu einem vereinbarten Zeitpunkt anliefert. Oft verzögert sich andernfalls der Termin der Abnahme durch den Klienten.
Kommentar von Matthias — am 8. Dezember 2008 um 13:10
Das kann ich voll bestätigen Matthias. Uns ist es auch schon oft passiert das wir die letzten Schritte der Entwicklung anhalten mussten, weil nicht klar war wie welcher Inhalt eingesetzt werden soll. Und somit verzögert sich, für den Kunden leider unverständlicherweise, die Fertigstellung.
Kommentar von Sam — am 31. Dezember 2008 um 16:31
[...] Qualität (Folge 1): Briefing und Vorbereitung [...]
Pingback von Webdesign: Ein komplexer und permanenter Prozess | Webzeugkoffer Webdesign — am 12. Februar 2009 um 11:48