Accessibility: In 13 Schritten zur Suchmaschinen-Pessimierung

Stefan Nitzsche, 6. November 2006

Dieser Artikel beschreibt Ziele und Vorteile einer professionellen Suchmaschinen-Pessimierung und gibt in 13 Schritten Anleitung, wie man Indizierung durch Suchmaschinen erschweren, verhindern und rückgängig machen kann.

Inhalt:

Ziele:

Vorteile:

Maßnahmen

  1. Irrelevante oder leere Seitentitel

    Das Vermeiden eines relevanten Seitentitels ist sehr wirkungsvoll, wenn es darum geht, eine Website schon in der Voransicht der Suchmaschinen unkenntlich zu machen. Bewährt haben sich Seitentitel wie „Seitentitel“ (1.610.000 Suchergebnisse bei Google) oder „Herzlich willkommen“ (4.800.000 Suchergebnisse bei Google) – beliebt sind natürlich auch die Seitentitel aus den Voreinstellungen einschlägiger Programme wie zum Beispiel „Neue Seite 1“ (16.600.000 Suchergebnisse bei Google)oder „Untitled Document“ (37.800.000 Suchergebnisse bei Google).

  2. Flash-Intros mit automatischer Weiterleitung ohne Link im Markup

    Ein Flash-Intro, dessen „skip intro“-Link auf die nächste Seite zeigt, liegt in der Suchmaschinen-Pessimierung auf Augenhöhe zur kompletten Flash-Seite. Die Suchmaschine erhält so im von ihr indizierten Markup keinerlei Verweise auf tiefer liegende Seiten, so dass es ihr unmöglich gemacht wird, in die Struktur vorzudringen.

  3. Flash für wichtige/alle Teile der Webseite

    Eine Suchmaschine kann Text aus eingebundenen Flash-Dateien nicht indizieren. Es gibt kaum eine wirkungsvollere Maßnahme, die man gegen die Indizierung durch Suchmaschinen ergreifen könnte.

  4. Nicht semantisch verwendetes Markup

    Besucher einer Webseite sehen nur die vom User Agent (UA) gezeichnete Webseite. Niemand schaut in das Markup – ergo interessiert die Qualität des Markup auch niemanden. Und Suchmaschinen könnte semantisch verwendetes Markup sogar helfen, die Struktur einer Seite zu verstehen!

  5. Linkverbot

    Sehr effektiv, um das Ranking einer Webseite in gängigen Suchmaschinen zu reduzieren, ist es, die Webseite von der Außenwelt abzuschneiden. Um das zu erreichen, sollte man im Impressum darauf hinzuweisen, dass es untersagt ist, die Webseite ohne vorherige schriftliche Genehmigung zu verlinken. Natürlich sollte man auch jeden Verlinker, der diese Erklärung nicht beachtet, umgehend abmahnen. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder im Web verlinkt, wie er will?

  6. Text als Bild

    Ebenso effektiv wie eine komplette Webseite in Flash sind durch Bilder ersetzte Texte. Die Vorteile liegen auf der Hand: man kann die Lieblings-Schriftart verwenden und muss nicht auf eine der wenigen Web-Schriftarten zurückgreifen. So sieht jeder die Webseite exakt so, wie man sie geplant und gestaltet hat – ohne Kompromisse. Senioren und Behinderte, deren Verständnis mit Einschalten des Computers endet, schließt man so aus, da der Text eine feste Größe erhält und nicht mehr skalierbar oder gar vorlesbar ist. Auf alternative Texte zu diesen Bildern sollte in jedem Fall verzichtet werden.

  7. Versehentliche oder bewusste Unterlassung der Eintragung in Suchmaschinen

    Eine Suchmaschine muss wissen, dass sie eine bestimmte Webseite zu indizieren hat. Dies erfährt sie entweder durch Links, die von außerhalb auf eine Website zeigen, oder durch den Betreiber der Website. Eine Anmeldung bei den gängigen Suchmaschinen sollte also unterbleiben.

  8. Lange URLs

    Lange URLs arbeiten hervorragend mit der in Schritt 7 erläuterten Variante der Suchmaschinen-Pessimierung zusammen: je komplexer ein URL wird, desto einfacher ist es, ungültige Links zu verwenden. Nicht sprechende URLs verhindern, dass Suchmaschinen eine Struktur hinter einer Webseite entdecken.

  9. Frames

    Frames sind eine wertvolle Möglichkeit, Einzelseiten in voneinander unabhängige Einzelteile zu zerstückeln, so dass Suchmaschinen nicht erkennen können, wie der Content sinnvoll zusammengesetzt werden muss. Möchte man diese Methode bis zur Perfektion ausreizen, sollte man sie mit anderen Methoden kombinieren und unbedingt den <noframes>-Bereich des Framesets leer belassen.

  10. Versteckter Text

    Um eine trotz aller Maßnahmen indizierte Webseite aus dem Index einer Suchmaschine zu entfernen, kann man das Penalty-Verhalten einer Suchmaschine ausnutzen. Die einfachste Möglichkeit ist versteckter Text, entweder in der Farbe des Hintergrunds oder per CSS ausgeblendet, der relevante oder – noch besser – zweifelhafte Schlüsselwörter enthält, unter der die Webseite vermeintlich gefunden werden möchte.

  11. Meta-Tags

    Eine beliebte Methode, dem Betreiber einer Website Suchmaschinen-Optimierung vorzugaukeln, besteht darin, im Quelltext der Seiten Meta-Tags unterzubringen, in denen man mutmaßlich relevante Schlüsselwörter aufführt. Diese werden von gängigen Suchmaschinen ignoriert und haben somit keinen Einfluss auf die Positionierung in Suchergebnissen.

  12. Rechtschreibung und Grammatik

    Auf keinen Fall sollte man auf korrekte Rechtschreibung oder Grammatik achten – gerade nicht bei Schlüsselwörtern.

Dem Autor ist es nicht möglich, differenziert auf einzelne Suchmaschinen einzugehen. Natürlich kann man noch effektiver vorgehen, wenn man konkret einzelne Richtlinien der Suchmaschinen verletzt. Hierzu kann folgender Link von Nutzen sein:

Bemerkungen/Erklärungen

Glaubensrichtungen/Tugenden, die materiellen Besitz reglementieren:

Pessimierung:

Der Begriff „Pessimierung“ hat sich als Gegenteil von „Optimierung“ in der Umgangssprache etabliert. Dem Autor ist klar, dass das Wort offiziell nicht existiert.